So erkennst du illegales Glücksspiel im Internet
Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) hat die Broschüre „Illegales Glücksspiel im Internet – Erkennen, Vermeiden, Melden" veröffentlicht. Wie lassen sich legale von illegalen Online-Glücksspielangeboten unterscheiden? Welche Risiken sind mit nicht lizenzierten Plattformen verbunden?
Was ist illegales Glücksspiel?
Als illegales Glücksspiel gelten alle Angebote, die ohne die erforderliche behördliche Erlaubnis betrieben werden. In Deutschland benötigen Online-Glücksspielanbieter eine Lizenz der GGL oder des zuständigen Bundeslandes. Wichtig: Nicht nur das Veranstalten, auch die Teilnahme an illegalem Glücksspiel ist nach § 284 und § 285 StGB strafbar. Es drohen Freiheitsstrafen bis zu sechs Monaten oder Geldstrafen.
So erkennen Spieler legale Anbieter
Die GGL nennt klare Erkennungsmerkmale für zugelassene Glücksspielangebote:
Whitelist prüfen
Alle erlaubten Anbieter sind auf der amtlichen Whitelist der GGL eingetragen. Wer dort nicht gelistet ist, operiert illegal in Deutschland. Auf anbieterliste.de haben wir alle von der GGL lizenzierten Anbieter übersichtlich aufbereitet – inklusive Hintergrundinformationen zu den einzelnen Plattformen, Betreiberstrukturen und Lizenzdetails.
Domain-Endung beachten
Anbieter mit deutscher Lizenz verwenden ausschließlich .de-Domains. Webseiten mit Endungen wie .com, .io, .casino, .cc, .net oder .bz sind nicht zugelassen.
Erlaubnishinweis und GGL-Siegel
Legale Anbieter müssen ihre staatliche Erlaubnis auf der Startseite ausweisen. Zusätzlich können sie das offizielle GGL Prüf- und Erlaubnissiegel führen.
Impressum kontrollieren
Ein vollständiges Impressum mit Angaben zu Sitz und Betreiber ist Pflicht. Fehlt dieses oder ist es unvollständig, handelt es sich um ein Warnsignal.
Typische Warnsignale illegaler Angebote
Die GGL beschreibt in ihrer Broschüre mehrere Merkmale, die auf illegale Plattformen hindeuten: fehlende Altersverifikation oder mangelhafte Identitätsprüfung, unklare oder widersprüchliche Teilnahmebedingungen, ungewöhnlich hohe Bonus- und Gewinnversprechen, keine Informationen zu Einsatz- oder Einzahlungslimits sowie fehlende Hinweise auf Spielersperrsysteme wie OASIS.
Besonders problematisch: Illegale Anbieter verweisen häufig auf Lizenzen aus Malta oder Curaçao. Diese Genehmigungen berechtigen nicht zum Angebot von Glücksspielen in Deutschland. Im Zweifel hilft ein Blick auf anbieterliste.de – ist ein Anbieter dort nicht gelistet, verfügt er über keine deutsche Lizenz.
Risiken der Teilnahme an illegalem Glücksspiel
Illegale Angebote unterliegen keiner staatlichen Aufsicht. Es gibt keine wirksamen Alterskontrollen, keine Einsatz- oder Einzahlungslimits und keine Anbindung an die Sperrdatei OASIS. Das Risiko für problematisches Spielverhalten ist deutlich erhöht.
Manipulation und Betrug
Spielabläufe können manipuliert werden, ohne dass Spieler dies erkennen. Im Gegensatz zu lizenzierten Anbietern müssen illegale Plattformen keine geprüften Zufallsgeneratoren einsetzen.
Probleme bei Auszahlungen
Während Einzahlungen meist reibungslos funktionieren, berichten Spieler häufig von Schwierigkeiten bei der Auszahlung von Gewinnen. Auszahlungen werden verzögert, an umfangreiche Anforderungen geknüpft oder vollständig verweigert. Bei vermeintlich hohen Gewinnen werden Konten teils gesperrt oder gelöscht.
Keine rechtliche Handhabe
Im Streitfall können Spieler ihre Ansprüche gegenüber illegalen Anbietern nicht durchsetzen. Erzielte Gewinne können zudem beschlagnahmt werden, da sie aus illegalem Glücksspiel stammen.
Datenschutzrisiken
Sensible Daten wie Ausweiskopien, Kontoverbindungen oder Zahlungsdaten können missbräuchlich verwendet oder an Dritte weitergegeben werden.
Marketing-Strategien illegaler Anbieter
Gezielte Werbung an gesperrte Spieler
Da illegale Anbieter nicht an OASIS angeschlossen sind, erhalten Spieler mit bestehender Sperre häufig personalisierte Werbung mit Freispielen oder Bonusangeboten.
Suchmaschinenoptimierung und Affiliate-Marketing
Illegale Anbieter und Partnerseiten optimieren ihre Webseiten für Suchbegriffe wie „Online-Casino" oder „Casino ohne Limit", um in Suchergebnissen weit oben zu erscheinen.
Werbung über Influencer
Illegale Plattformen werben über Streamer auf TikTok, Instagram, Kick oder YouTube. Die GGL weist darauf hin, dass sich sowohl die werbenden Influencer als auch Spieler, die auf diese Werbung reagieren, strafbar machen können.
Gefälschte Siegel und Bewertungen
Um Seriosität vorzutäuschen, verwenden illegale Anbieter verfälschte Prüfsiegel oder manipulierte Kundenbewertungen.
Spielerschutz bei legalen Anbietern
Der Glücksspielstaatsvertrag 2021 verpflichtet lizenzierte Anbieter zu umfangreichen Schutzmaßnahmen: Anbindung an die zentrale Sperrdatei OASIS mit Möglichkeit zur Selbstsperre (mindestens 3 Monate) und Fremdsperre (mindestens 12 Monate), anbieterübergreifende Einzahlungslimits, Bereitstellung eines Panik-Buttons für sofortige 24-Stunden-Sperren, Frühwarnsysteme zur Erkennung problematischen Spielverhaltens sowie Anschluss an das Aufsichtssystem LUGAS zur Überwachung der Einhaltung aller Vorgaben.
Illegales Glücksspiel melden
Spieler können illegale Angebote über das Hinweisgebersystem auf der GGL-Webseite melden. Für eine sachgerechte Prüfung empfiehlt die Behörde, folgende Angaben zu machen: Wer hat den Verstoß begangen, was ist passiert, wann und wo ist es passiert, und wie lässt sich der Verstoß belegen (Screenshots, URLs, Dokumente).
Die GGL nimmt jeden Hinweis ernst und prüft alle Verdachtsfälle. Aus rechtlichen Gründen kann sie jedoch keine Auskunft darüber geben, ob gegen einen Anbieter Maßnahmen eingeleitet wurden.
Nur bei lizenzierten Anbietern spielen
Der sicherste Weg für Spieler: Vor der Anmeldung bei einem Anbieter prüfen, ob eine deutsche Lizenz vorliegt. Die offizielle Whitelist der GGL sowie unsere Übersicht auf anbieterliste.de bieten hierfür eine verlässliche Orientierung. Nur dort gelistete Anbieter unterliegen der staatlichen Aufsicht und bieten die gesetzlich vorgeschriebenen
Spielerschutzmaßnahmen.
Bei bereits bestehenden Konten bei illegalen Anbietern empfiehlt die GGL, das Spielkonto zu löschen und nicht auf Werbemails oder Bonusangebote zu reagieren.
Quelle: Broschüre „Illegales Glücksspiel im Internet – Erkennen, Vermeiden, Melden" der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL), Dezember 2025. Die vollständige Broschüre steht auf gluecksspiel-behoerde.de zum Download bereit.